Marshall ist 2015 gestorben, doch in Videos und Audio-Mitschnitten können wir heute noch erleben, wie er persönlich sich für seine Vision einer friedlicheren Welt eingesetzt hat, siehe auch dieses Interview hier. 

Das von ihm gegründete Zentrum für Gewaltfreie Kommunikation CNVC in den USA hat zum Ziel, seine Arbeit weiterzuführen. Es koordiniert u.a. die Ausbildung und Zertifizierung von GFK-Trainer*innen weltweit, organisiert international Treffen und Foren zur Vernetzung und Weiterbildung. 

Viele Informationen und teils kostenfreie Angebote rund um GFK  (u.a. Online-Übungsgruppen) bietet DACH, ein Verbund, in dem sich deutschsprachige Organisationen, Netzwerke und Einzelpersonen zusammengeschlossen haben.

In Hamburg gibt es zudem den Verein Gewaltfreie Kommunikation e.V.


 


Grundlegend in der GFK sind vier Elemente:


  • Beobachtung von Interpretation unterscheiden zur Klärung – was ist unbestreitbar passiert (= was hätten hier Kameras mitgeschnitten)?
  • Gefühle wahrnehmen und eigenverantwortlich damit umgehen – was ist spürbar? Durch welches Geschehen im Außen wurde dieses Gefühl aktiviert (Auslöser)? Und welche Gedanken im Inneren (Ursache) begründen es?
  • Bedürfnisse erkennen, auf die die Gefühle und Gedanken hinweisen – was ist als Wesentliches berührt? Worum geht es uns im Kern?
  • Bitten formulieren (statt verdeckte Forderungen stellen) – durch welche Handlung könnte das Bedürfnis für alle hilfreich erfüllt werden?



Und was hat es mit Wolf und Giraffe auf sich? 


Marshall B. Rosenberg, der die GFK entwickelt hat, arbeitete in seinen Trainings gerne mit zwei Tiersymbolen: Die Giraffe mit viel Überblick und dem riesigen Herzen stand dabei für eine Sprache, die auf Gewaltfreiheit ausgerichtet ist – die eigenverantwortlich, mitfühlend und auf Augenhöhe verhandelt. Das Wildtier Wolf stand für eine Ausrichtung auf Kampf oder Unterwerfung, für gewaltvolle Sprache, durch die Verbindung gestört wird oder abreisst. Die Idee der GFK ist, den Wolf nicht zu vertreiben, sondern ihn als Giraffe mit Sprachfehler zu erkennen – hinter die Worte zu schauen, die vielleicht verletzend sind. Und einander dabei zu unterstützen, eine lebensdienlichere Sprache zu lernen.



 
 
 
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